
Beim Küretten schärfen wird die Schärfe häufig mit dem Lichtreflexionstest überprüft. Hierbei wird die geschärfte Schneidkante einer Kürette oder eines Scalers unter eine Lichtquelle gehalten. Reflektiert die Schneidkante beim langsamen Neigen kein Licht oder nur eine sehr feine, helle Linie, gilt das Instrument als scharf.
Eine Kürette kann optisch scharf wirken, obwohl die Schneidkante funktionell nicht korrekt arbeitet. Der Lichtreflexionstest beurteilt lediglich die sichtbare Oberfläche der Schneidkante – nicht jedoch den tatsächlichen Schneidwinkel und die Geometrie der Schneidlinie.
Häufige Fehlbeurteilungen beim Lichttest:
Folglich kann eine Kürette trotz erfolgten Schärfens und unauffälligem Lichttest funktionell stumpf sein.
Das folgende Beispiel zeigt eine geschärfte Kürette mit einem Schneidwinkel von über 90°. Obwohl die Schneidkante beim Lichtreflexionstest keine Reflexion aufweist und somit zunächst „scharf“ erscheint, zeigt die Betrachtung im Querschnitt den tatsächlichen Winkel zwischen Fazialfläche und Lateralfläche.
Die Kürette wirkt augencheinlich scharf, ist funktionell jedoch bereits nach dem Schärfen stumpf.

Lichreflexionstest einer Kürette mit Schneidwinkel über 90° - aufgrund fehlender Lichtreflexion wirkt die Schneidkante optisch scharf.

Querschnitt derselben Kürette: Der Winkel zwischen Fazialfläche und Lateralfläche beträgt über 90° - die Kürette ist stumpf
Gerade kleine Veränderungen des Schneidwinkels bleiben ohne optische Vergrößerung häufig unentdeckt. Beim professionellen Kürettenschärfen kommt es deshalb nicht nur auf die sichtbare Schärfe, sondern vor allem auf präzise Wiederherstellung der ursprünglichen Schneidkantengeometrie an.
Für die korrekte Funktion einer Kürette ist nicht nur die sichtbare Schneidkante entscheidend sondern auch der richtige Schneidwinkel.
Der ideale Schneidwinkel einer Kürette liegt zwischen 70° und 80°.
Liegt der Schneidwinkel über 90°, gilt die Schneidkante als stumpf. Ablagerungen und Konkremente werden nicht mehr sicher gefasst und die Kürette gleitet häufig über diese hinweg.
Mögliche Folgen:
Liegt der Schneidwinkel dagegen unter 70°, arbeitet die Kürette zunächst sehr aggressiv und entfernt Ablagerungen scheinbar besonders effektiv. Allerdings nimmt dabei die Stabilität der Schneidkante ab.
Die Folgend sind:
Eine langfristig präzise und kontrollierte Instrumentierung ist dadurch erschwert.
Der Lichtreflexionstest kann eine erste Orientierung bieten, reicht jedoch allein nicht aus, um die tatsächliche Schärfe einer Kürette über die gesamte Länge der Schneidkante zuverlässig zu beurteilen.
Kleine Unebenheiten, feine Winkelabweichungen oder Unterbrechungen im Verlauf der Schneidkante bleiben dabei häufig unentdeckt. Dadurch kann eine Kürette optisch zwar unauffällig wirken, funktionell jedoch bereits Einschränkungen in der Schneidleistung aufweisen.
Im folgenden Beispiel ist ein Scaler mit einer ungleichmäßigen Schneidlinie dargestellt. Deutlich erkennbar ist eine sprunghafte Vertiefung innerhalb des Schneidkantenverlaufs. In diesem Bereich kann die Schneidkante keinen gleichmäßigen Kontakt zur Zahnoberfläche aufbauen, wodurch Konkremente nicht mehr zuverlässig entfernt werden können.
Auch lokale Erhöhungen im Verlauf der Schneidlinie sind problematisch. Eine punktuelle Erhöhung der Schneidkante führt zu einem Verlust des Kontakts der angrenzenden Schneidkante, wodurch die Effektivität der Instrumentierung beeinträchtigt wird. Gleichzeitig kommt es zu einer lokalen Konzentration der auf die Zahnoberfläche wirkenden Kräfte, wodurch das Risiko für Schädigungen der Zahnoberfläche sowie einen ungewollten Abtrag von Zahnsubstanz steigt.

Bild 3: Blick auf die Fazialfläche - Ungleichmäßige Schneidlinie eines Scalers mit sichtbaren Stufen nach fehlerhaftem Nachschärfen
Um die tatsächliche Schärfe einer Kürette beurteilen zu können, sollten folgende Merkmale überprüft werden:
Gerade beim professionellen Küretten schärfen kommt es deshalb nicht nur auf die sichtbare Schärfe an, sondern vor allem auf eine gleichmäßige Schneidkantenlinie und die präzise Wiederherstellung des korrekten Schneidwinkels. Nur so bleiben Schneidleistung, Taktilität, effektives und ergonomisches Arbeiten langfristig erhalten.
Der Lichtreflexionstest kann die Schärfe einer Kürette nicht sicher bestimmen und ersetzt keine fachgerechte Beurteilung der Schneidkante.
Bereits kleine Veränderungen des Schneidwinkels oder Unebenheiten im Verlauf der Schneidkante können die Schneidleistung, Taktilität und Kontrolle während der Behandlung deutlich beeinträchtigen.
Nur durch professionelles Schärfen einer Kürette bleiben:
Regelmäßiges Nachschärfen verbessert nicht nur die Arbeitsqualität, sondern verlängert auch die Lebensdauer Ihrer Instrumente deutlich.
Mit bloßem Auge oder zu geringer Vergrößerung lassen sich Schneidwinkel, Geometriefehler oder lokale Beschädigungen der Schneidkante oft nicht zuverlässig erkennen. Selbst Schneidkanten ohne Lichtreflexion können bereits stumpf sein und die Instrumentierung erschweren.
Mit meinem spezialisierten Schärfservice werden Küretten und Scaler fachgerecht geschärft:
Weitere Informationen zum professionellen Schärfservice von Dentalinstrumenten finden Sie unter: