Küretten richtig schärfen
Küretten gehören zu den wichtigsten Instrumenten in der Prophylaxe und Parodontaltherapie. Damit sie präzise und sicher arbeiten, müssen sie regelmäßig fachgerecht geschärft werden. Mit meinem professionellen Service werden Ihre Küretten exakt geschärft und geschliffen – für optimale Ergebnisse in der Anwendung.
Stumpfe Instrumente erhöhen den Kraftaufwand und beeinträchtigen die Behandlungsqualität. Durch das regelmäßige Schärfen verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Küretten und sichern eine konstant hohe Qualität.
Sie möchten Ihre Küretten schärfen lassen? Dann nehmen Sie gerne mit mir Kontakt auf oder senden Sie Ihre Instrumente direkt ein.
Unterschiede bei Küretten – Grundlage für das fachgerechte Schärfen
Für das korrekte Schärfen von Küretten ist es wichtig, die unterschiedlichen Instrumentenarten zu kennen. Grundsätzlich wird zwischen Standardküretten und Spezialküretten (z. B. Gracey Küretten) unterschieden.
Beide Varianten verfügen über eine abgerundete Rückseite und ein abgerundetes Arbeitsende. Der entscheidende Unterschied liegt in der Anzahl der Schneidkanten sowie in der Neigung der Fazialflächen zum terminalen Schaft.
Diese Unterschiede sind maßgeblich dafür, wie eine Kürette geschärft bzw. geschliffen werden muss. Nur wenn die jeweilige Form korrekt berücksichtigt wird, bleibt die Funktion des Instruments vollständig erhalten.
Gracey-Küretten / Spezialkürette
Gracey-Küretten sind Spezialküretten, die präzise und gezielt für bestimmte Anwendungsbereiche eingesetzt werden. Diese Kürettenart besitzt nur eine seitliche Schneidkante. Die gegenüberliegende Seite ist stumpf, um Verletzungen des umliegenden Weichgewebes während der Behandlung zu vermeiden.
Ein weiteres typisches Merkmal einer Gracey-Kürette ist die Neigung der Fazialfläche zum ersten Schaft. Diese beträgt ca. 70°, wobei die tieferliegende konvexe Kante die Schneidkante bildet. Nur diese Seite sowie das abgerundete Arbeitsende der Kürette sind zu schleifen bzw. zu schärfen.
Standardkürette / Universalkürette
Universalküretten zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit aus. Sie werden sowohl supra- als auch subgingival eingesetzt und eignen sich dadurch für eine breite Palette von Anwendungen. Ein häufiges Wechseln der Instrumente ist in vielen Fällen nicht erforderlich.
Die Fazialfläche der Universalkürette liegt senkrecht zum ersten Schaft (90°), wodurch sich eine andere Arbeitsweise als bei Spezialküretten ergibt. Die Universalkürette besitzt zwei parallel verlaufende und gleich lange Schneidkanten, die an einer abgerundeten Spitze zusammenlaufen.
Zu den am häufigsten eingesetzten Universalküretten zählen Langer, McCall, Barnhart, Columbia und Younger-Good.
Erfolgreich Küretten schleifen
Beim Schleifen einer Kürette muss der ursprüngliche Schneidwinkel beibehalten werden, um maximale Schärfe und eine lange Lebensdauer zu gewährleisten. Der Schneidwinkel einer Kürette liegt in der Regel zwischen 70° und 80°. Beträgt der Winkel nach dem Schleifen zwischen der Lateral- und Fazialfläche weniger als 70°, ist die Schneidkante zwar sehr scharf, wird jedoch schnell wieder stumpf, da auftretende Kräfte nicht ausreichend in das Material abgeleitet werden können. Die Schneidkante wird dadurch überbeansprucht, kann brechen und verliert ihre Schärfe.
Ist der Schneidwinkel hingegen größer als 90°, ist die Schneidkante stumpf und „greift“ nicht mehr. Konkremente und Zahnstein können dann nur mit erheblichem Kraftaufwand entfernt werden.
Die Form einer Kürette bestimmt ihren Anwendungsbereich und muss daher beim Schleifen unbedingt erhalten bleiben.
Um ein optimales Schleifergebnis zu erzielen, sind neben Erfahrung und Routine auch Ruhe und Zeit entscheidend.
- Planen Sie den Schleifprozess im Voraus und nehmen Sie sich ausreichend Zeit für das Schärfen.
- Schleifen Sie möglichst in einem ruhigen Umfeld ohne Unterbrechungen.
- Nutzen Sie optische Vergrößerungen wie Lupe oder Mikroskop und achten Sie auf eine gute Beleuchtung des Arbeitsplatzes.
- Bestimmen Sie die Art der Kürette korrekt. (Gracey-, Universalkürette oder doch ein Scaler?)
Prüfen Sie direkt nach dem Schleifen jeder Kürette die Schärfe, bevor Sie mit der nächsten beginnen. Nur so können Sie sicherstellen, dass der korrekte Schleifwinkel eingehalten wurde. Auf diese Weise vermeiden Sie, dass Fehler auf weitere Instrumente übertragen werden und ganze Instrumentensets falsch geschliffen werden.
Überprüfung nach dem Schleifvorgang
Nach dem Schleifvorgang müssen Küretten optisch oder mechanisch auf ihre Schärfe überprüft werden. Dies kann auf zwei Arten erfolgen: durch eine visuelle Prüfung mittels Lichtreflexion oder durch eine manuelle Prüfung mit einem Teststäbchen.
Visuelle Prüfung
Die Schneidkante muss eine gleichmäßige, feine Linie ohne Unebenheiten aufweisen. Unter guter Beleuchtung sollte die Schneidkante kein Licht reflektieren. Ist eine breite, helle Linie erkennbar, muss nachgeschärft werden.
Teststäbchen
Mit einem Kunststoffstäbchen kann die Schärfe von Scalern und Küretten einfach überprüft werden. Dabei wird die Schneidkante an das Kunststoffstäbchen angesetzt. Gleitet das Instrument am Stäbchen entlang, muss es nachgeschärft werden. Eine scharfe Schneidkante „beißt“ und erzeugt ein deutliches Klickgeräusch.
Weitere Literatur über Küretten, Materialien und Prüftechniken
Die Dissertation von Frau Jasmin Zwirlein (LMU München, 2017) behandelt das Verschleißverhalten von Küretten aus unterschiedlichen Materialien und Beschichtungen. Zudem werden verschiedene Schleiftechniken und Prüfmethoden untersucht.
https://edoc.ub.uni-muenchen.de/20559/1/Zwirlein_Jasmin.pdf 🔗